Interview mit Kari Lessír

Interview mit

Kari Lessír

Autorin Nina C. Hasse

Veröffentlichte Bücher:

Wunschträume: Seelenreise #1 (2014/2015)
Liebe auf Schamanisch: Seelenreise #2 (2015)
Blind Date mit der Liebe (2008/2016)
Taxi zum Himmel (2013, nicht mehr erhältlich wg. Insolvenz des Dienstleisters)

Warum hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Selfpublishing bietet mir die Freiheit, die Themen zu schreiben und zu veröffentlichen, die mir am Herzen liegen. Ich bin an keine Genres oder Inhalte gebunden, die gerade en vogue sein mögen. Ich bin allein meinem Qualitätsverständnis und meiner Zielgruppe verpflichtet. Und genau dieser direkte Kontakt mit meinen Lesern und Leserinnen ist es, der mir großen Spaß macht und für mich quasi die Würze am Autorenleben darstellt. Anders kann ich mir meinen Beruf als freie Autorin im Augenblick nicht vorstellen. Vielleicht ändert sich das irgendwann einmal in der Zukunft, aber zurzeit ist das Selfpublishing genau mein Weg.

Was sind deine Themen?

Mein Genre ist der Liebesroman, wobei ich mich mit den Büchern der Seelenreise-Reihe in einer besonderen Nische platziert habe, nämlich bei den »spirituellen Liebesromanen«. Dort verbinde ich Liebesgeschichten mit spirituellen bzw. esoterischen Themen. Dazu gehören etwa das Resonanzgesetz in „Wunschträume“ sowie Krafttiere und schamanische Techniken in „Liebe auf Schamanisch“. Zwei weitere Bücher aus diesem Zirkel folgen, an denen ich aktuell arbeite.
Ganz bewusst gehe ich damit meinen Weg und verzichte auf populäre Genres wie ChickLit und Erotik, auch wenn ich diese selbst gerne lese.

Wo entstehen deine Geschichten?

Meine Geschichten entstehen zuerst einmal über weite Strecken ausschließlich in meinem Kopf. Vor dem eigentlichen Plotten und Schreiben sind Figuren und Handlung schon über mehrere Monate, manchmal Jahre hinweg gereift, bis ich dann beginne, ihnen in Scrivener eine Gestalt zu geben. Und das ist auch die Antwort auf die Frage nach dem Entstehungsort meiner Geschichten: heute nur noch am Computer, mal am Macbook, mal am iMac, nicht mehr handschriftlich in kleinen Kladden. Das erfordert zu viel Zeit, die ich als hauptberufliche Autorin in diesem Maß nicht (mehr) zur Verfügung habe. Auch wenn meine Rohmanuskripte immer sechs bis acht Wochen ruhen bzw. reifen dürfen, bevor ich sie überarbeite und dann ins Lektorat mit anschließendem Korrektorat gebe, müssen ein bis zwei Bücher pro Jahr erscheinen. Und das geht nur, wenn ich direkt am Rechner und in Scrivener arbeite.

Was wünschst du dir von deinen Lesern?

Ein Großteil meiner Leser und Leserinnen interagiert direkt mit mir, sei es über Facebook, Instagram, Mail oder auch über den klassischen Leserbrief. Das ist wunderschön, und ich bin dafür sehr dankbar. Gerade das Feedback ist mir dabei sehr wichtig. Damit meine ich nicht zwingend Lobeshymnen. Ich bin auch schon auf Fehler hingewiesen worden oder habe Verbesserungsvorschläge sowie Anregungen für die Fortsetzung einer Geschichte erhalten. Das ist großartig! Ich nehme solche Anregungen immer ernst, überdenke sie – und setze sie um, wenn sie mir sinnvoll erscheinen. Oft bin ich als Autorin gewissermaßen »betriebsblind« und Außenstehende haben mitunter einen klareren Blick auf meine Geschichten. Dazu zählt natürlich auch meine Lektorin.
Wünschen würde ich mir noch mehr Lesermeinungen auf Buchportalen, seien es die Onlineshops, in denen die E-Books oder Taschenbücher erworben wurden, und in Lesecommunities wie Goodreads oder Lovelybooks. Es müssen keine ausgefeilten Rezensionen sein; ein kleines Statement nach dem Motto „Hat mir gefallen, weil ...“ reicht schon. Selfpublisher so wie ich leben von der Mund-zu-Mund-Propaganda ihrer Leser und Leserinnen.
Deswegen danke ich an dieser Stelle allen, die mir bislang eine Rezension geschrieben haben. Jede einzelne davon ist mir lieb und teuer; zeigt sie mir doch, dass jemand sich mit meinem Buch beschäftigt und sich eine Meinung gebildet hat.

Was wünschst du dir von der Literaturlandschaft?

Ganz persönlich wünsche ich mir die Möglichkeit, meine Bücher auch in Buchhandlungen platzieren zu können. Gerade lokale Geschäfte wären großartig, da meine Geschichten bewusst und eindeutig regional verortet sind. Das ist leider bislang an meinem Wohnort nicht gegeben – trotz persönlicher Ansprache der Buchhändler und Kooperationen zwischen meinem Dienstleister und dem Buchhandel.
Auch die Möglichkeit zu Lesungen von Selfpublishern dürfte noch ein Stück mehr werden. Hier wird oft – zumindest in meiner Region – zu stark auf berühmte Namen und Literaturpreisträger gesetzt. Auch Selfpublisher schreiben gute Bücher. Nicht immer, aber davon kann man sich ja durchs Reinlesen überzeugen.
Auch unter den Selfpublishern gibt es ernstzunehmende Autoren. Genau deswegen bin ich Mitglied in der Qualitätsinitiative Qindie, die mit ihrem großen Q ein Gütesiegel für Independent-Literatur ausstellt. Hat ein Buch das große Q auf dem Cover, entspricht es stilistisch, sprachlich und auch satztechnisch einem Verlagsbuch. Meine Bücher haben übrigens alle das große Q auf dem Cover.

Lust auf ein Interview mit der Bücherschmiede?

Unsere #Selfpublishertipps auf Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *